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Qualität durch Erfahrung und Entwicklung

Die Pflege- und Wohnberatung in Trägerschaft von Alter und Soziales e.V. ist aus einem Modellprojekt des damaligen Bundesministeriums für Arbeit und Sozialordnung hervorgegangen. Aus dem Titel des Projektantrags „Koordinations- und Rehabilitationsstelle für ältere hilfe- und pflegebedürftige Menschen“ wurde nach Bewilligung des Projektes im Jahr 1993 „Koordinationsstelle ambulanter Angebote“, in Kurzfassung „KAA“. Zur KAA gehörten seinerzeit die Aufgabenfelder „Koordination auf der Ebene des Versorgungssystems“, „mobile Ergotherapie“ und „Unterstützungsmanagement“. Das „Unterstützungsmanagement“ sorgte bei den Menschen, die mobile Ergotherapie erhielten (v.a. Schlaganfallbetroffene, Menschen mit Morbus Parkinson oder nach Frakturen) für begleitende Antragstellungen, Hilfsmittelversorgung und zunehmend auch Umbaumaßnahmen. Aus diesen Anforderungen der Praxis an das Leistungsspektrum entstand der seit 2000 „offizielle“ Name „Pflege- und Wohnberatung“.

Von Beratung und Unterstützungsmanagement zum Case- und Care-Management
Seit Mai 1993 also fungiert die Pflege- und Wohnberatung als trägerübergreifende, zentrale Anlauf- und Beratungsstelle für hilfs- und pflegebedürftige Bürger/innen und deren Angehörige. Seit 1997 ist sie anerkannte Beratungsstelle nach § 6 Alten- und Pflegegesetz Nordrhein-Westfalen - APG NRW. Seit 2007 ist Alter und Soziales e.V. Vertragspartner des Kreises Warendorf im Rahmen dessen Konzeptes zur Verhinderung oder Verzögerung von Heimeinzügen durch konsequente Umsetzung des Gebotes „ambulant vor stationär“. Seit 2012 ist die Pflege- und Wohnberatung von Alter und Soziales e.V. integriert in das Pflege- und Wohnberatungskonzept des Kreises Warendorf und berät in Ahlen, Drensteinfurt und Sendenhorst.
Die „Pflege- und Wohnberatung“ koordiniert in verbindlicher Zusammenarbeit mit allen Akteuren die häusliche Unterstützung von Menschen und bedient sich dabei des Handlungskonzeptes „Case Management“. Schnittstelleninstrumente sind mit dem Krankenhaus, Hausärzten und anderen Versorgern abgestimmt. Etwa 350 Ratsuchende werden allein in Ahlen jährlich beraten. Die Zufriedenheit der Beratenen wird in regelmäßigen Abständen in Zusammenarbeit mit Studierenden Münsteraner Hochschulen erhoben.

Schon seit 1995 befasste sich das Team mit dem Konzept „Case Management“ und leistete in der Zeitschrift „Soziale Arbeit“ 5, 1996 mit dem Aufsatz „Qualitätsstandards für die Arbeitsform des Case Managements“ einen frühen Beitrag zur Qualitätsdiskussion. Mit diesem Thema haben sich der Verein und die Pflege- und Wohnberatung seitdem kontinuierlich befasst. Im Verlauf des Modellprojektes „Evaluation der Effektivität und Effizienz eines integrierten Versorgungssystems für ältere pflege- und hilfsbedürftige Menschen am Beispiel der Pflege- und Wohnberatung in Ahlen“, gefördert von den Spitzenverbänden der Pflegekassen, wurden Produkte und Leistungen der Pflege- und Wohnberatung definiert, mit Standards versehen und in einem Qualitätshandbuch niedergelegt.

Erkannte Versorgungslücken werden vom Case Manager im Rahmen der Vereins- oder Vorstandssitzungen zurück gemeldet und können durch den Verein in Zusammenarbeit mit der städtischen Sozialplanung direkt aufgegriffen werden. Auf diese Weise sind Einzel"fall"- und Systemebene unmittelbar rückgekoppelt.

Das Thema "Demenz" stellt neue Anforderungen
Bald schon nach Beginn der Beratungsarbeit wurde die KAA mit Anfragen zum Thema „Demenz“ konfrontiert. Beratung zu diesem Thema wurde in den Leistungskatalog aufgenommen, auf der Strukturebene der „Angehörigentreff Alzheimerkranker“ gegründet und im Rahmen des „Projektnetzes I“ das Projekt „Stundenweise Betreuung“ umgesetzt. Um den zunehmenden Anforderungen im Themenfeld „Demenz“ zu begegnen wurde aus der KAA heraus maßgeblich die 2001 erfolgte Gründung der Alzheimer Gesellschaft im Kreis Warendorf e.V. betrieben. Der Verein zählt 2018 über 150 Mitglieder und ist seit 2004 Träger des „Demenz-Servicezentrums Münsterland“ im Rahmen der Landesinitiative „Demenz-Service NRW“. Die Geschäftsstelle der Alzheimer Gesellschaft, das Demenz-Servicezentrum Münsterland und der Verein Alter und Soziales e.V. mit seiner Pflege- und Wohnberatung residieren unter einem Dach und arbeiten generell und speziell in gemeinsamen Projekten eng zusammen.